Wunderliche Kritik

Okay, es ist passiert. Ich dachte das wär unmöglich, aber es ist tatsächlich geschehen. Ich fand junge Menschen im Internet, die „meine“ alten Klassiker nicht spielen mochten, weil die Grafik so schlecht wäre.

Wir reden hier nichteinmal vom alten Strichmännchenlook der ganz frühen Tage, ich rede hier schon von der 16-Bit Ära. Ich bin damit aufgewachsen. Daher nahm ich an, dass man so eine wunderliche Kritik garnicht erst bringen könnte. Aber offensichtlich war ich da ein wenig verquer, dabei ist es nur logisch, dass jetzt heranwachsende Menschen sich an andere Dinge gewöhnen und damit auch präferieren. Das gibt einem doch irgendwo zu denken. Werden Spiele wie Crysis in 15 Jahren auch so verlacht werden, weil es ja eigentlich total schlimm aussieht?

Ich erinnere mich an einen Bericht den ich sah über Far Cry, wenn ich mich recht erinnere. Man sprach da von fotorealistischer Grafik und tatsächlich wirkte sie für mich damals äußerst realistisch. Heute zurückschauend sieht da garnichts mehr „fotorealistisch“ aus. Da stellt sich doch die Frage warum sich die Perspektive überhaupt so verschieben kann. Wir reden hier nicht von einer Aussage über die generelle Qualität der Grafik, wir reden hier davon, dass ausgesagt wird die Grafik sähe wie auf einem Foto aus, also ein absolutes Spiegelbild der Realität. Heute schmunzelt man noch allenfalls über solche Aussagen und gibt dieses Siegel anderen Spielen, obwohl es in ein paar Jahren genauso lächerlich wirkt. Aber warum ist das so? Ist die Gewöhnung an eine bestimmte Grafikqualität daran schuld, dass wir, sobald wir eine wesentlich fortgeschrittenere Grafik sehen, den Unterschied zur Realität kaum noch wahrnehmen? Herrgott, holt einen Wissenschaftler, dieses faszinierende Phänomen muss ergründet werden!

Advertisements

2 Responses to “Wunderliche Kritik”


  1. 1 Falko 17. Mai 2010 um 8:07 pm

    Oh, dieses Phänomen kenne ich ebenso.
    Ich hatte vor vielen Jahren eine VHS Kassette zu werbezwecken bekommen. Darauf waren Trailer zu „Zelda – Ocarina of Time“ und einigen anderen. Unter anderem eben auch zu „Metal Gear Solid 2“. Jetzt ahnt man schon worauf ich hinaus will: Auch hier tritt für mich dieses Phänomen auf.
    Ich erinnere mich, wie überragend ich damals die Grafik fand. Der Regen, das Cape, der Zigarettenqualm…
    Ich habe die VHS-Kassette aufgrund dieses Trailers im wahrsten Sinne „kaputt geschaut“.
    Ähnliche Aussagen höre ich übrigens immer wieder zu alten Rennspielen, primär „Gran Turismo 2“.
    Ich denke, es hat etwas mit dem Alter zutun. Zumindest passiert mir heutzutage kein solcher „Real-Graphic-Game“-Effekt mehr. Dir etwa?

  2. 2 spanksen 18. Mai 2010 um 11:43 am

    Auch wenn ich letzt einen Schreck bekommen habe wie schlecht Zelda Ocarina of Time heute aussieht, nach ein paar Minuten spielen war ich wieder komplett in der Welt gefangen, der Mensch ist halt ein Gewohnheitstier


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s




Mai 2010
M D M D F S S
« Jan   Jun »
 12
3456789
10111213141516
17181920212223
24252627282930
31  

Blog Stats

  • 19,408 hits

Zitat der Woche:

"Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier."

Mahatma Gandhi

%d Bloggern gefällt das: