Kinder, Videospiele und Schwierigkeiten

Gehen wir in eine Zeit zurück, als ich noch jung und unschuldig war: Letzte Woche. Da saß ich vor meinem Fernseher und kämpfte mich durch „Alex Kidd“ und erinnerte mich daran, dass ich das Spiel schon immer ziemlich schwer fand. In meinem altklugen Wahn, dachte ich, ich wäre heute besser und könnte das aufgrund meines Alters schon wesentlich besser. Das war eine Fehlannahme.

Die Zeiten haben sich geändert. Videospiele sind vom „Hobby für Nerds“ an das Licht der Öffentlichkeit gerückt. Eine Industrie baut mittlerweile darauf auf und und will in der Regel Kunden das Erlebnis nicht allzusehr zu erschweren. In einer Zeit in der alles hübsch glattpoliert aussieht und Spiele immer kürzer werden, schaut man verwundert in der Zeit zurück. Man erinnert sich an all die Spiele, die man oft angefangen hat und nie wirklich zuendespielte. Man könnte als Außenstehender denken, dass das einem den Spaß ruinierte, aber nein. Man hat sich durchgebissen, jedesmal und es hat Spaß gemacht. Bei dem einen Spiel war es vielleicht ein unnötig schwerer Levelboss*, bei dem Anderen eine unsagbar kniffelige Sprungpassage, bei vielen sogar beides. Davon lebte ein Spiel teilweise auch. Wir waren Kinder und der hohe Schwierigkeitsgrad war nie ein Problem für uns, nie ein Grund alles hinzuwerfen und es nie wieder anzufassen.

Heute fliegt man regelrecht durch ein Spiel. Der durchschnittliche Schwierigkeitsgrad ist im Laufe der Jahre enorm gesunken. Dann gibt es da noch Spiele die direkt für Kinder gedacht sind. Dort scheint man zu denken es wäre fatal, wenn man darin einmal nicht sofort voran kommt und ja nicht zuviel auf einmal zumuten. Glauben die Designer ernsthaft diese Unterforderung wäre angemessen? Und all die Spieleredakteure, die einen Schwierigkeitsgrad nicht für Kinder geeignet finden? Warum? Nur weil es schwer ist? Sollten diese beiden Arten von Spielern es nicht besser wissen? Sie waren auch mal jung, sie sind auch damit aufgewachsen.  Ich weiss nicht, ich finde das durchaus schade. Es war ein richtig gutes Gefühl ein schweres Spiel nach Monaten endlich durchgespielt zu haben. Dann hat man seinen Freunden davon berichtet und kräftigst damit angegeben. Das fehlt heute irgendwie. Heute fliegt man regelrecht durch und vergisst das Spiel. Die Zeiten haben sich geändert und ich bin im Zwiespalt ob ich die Veränderungen wirklich gut finde. Ich geh dann mal wieder „Ghosts ’n Goblins“ spielen. Vielleicht schaffe ich es nach all den Jahren wenigstens zum 5. Level…

* Ich erinnere mich an Artikel aus den damaligen Videospielzeitschriften. Man bezeichnete normale Bosse als „Wächter“ und nur den allerletzten wirklich als Endgegner. Hat sich wohl nicht durchgesetzt.

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1 Response to “Kinder, Videospiele und Schwierigkeiten”


  1. 1 spanksen 21. Dezember 2009 um 2:26 pm

    Dieses Jahr war Super Mario Wii , also ein 2D Jump and Run der alten Schule , einer meiner Lieblingstitel. Und ich fand das Game teilweise richtig schwer! Old School rules!


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