3 kostenlose Spiele für harte Typen

Dwarf Fortress

Hoppla, mein MS-DOS ist scheinbar umgekippt

Was machen Zwerge? Sie bauen tief in Gebirge. In Gebirge aus Buchstabensalat und DOS-gestützter schwarzer Finsternis. Für Außenstehende kein besonders hübsches Spiel, besteht es doch aus nicht mehr als einer enormen Anzahl von ASCII-Zeichen. Trotz seiner imposanten Schlicht- und Hässlichkeit ist es eines jedoch mit ziemlicher Sicherheit: enorm komplex. Zu Beginn jedes Spiels wird die Welt erstellt, Schicht für Schicht, Fluss für Fluss, Weltgeschichtenelement für Weltgeschichtenelement. Ja, jede neu erstellte Welt ist eine Sache für sich. Das endet natürlich immer in einer High-Fantasy-Welt, aber die kann immer anders aussehen. Andere Götter, andere Gesellschaftsanordnungen, andere Monster in der Vorherrschaft, was auch immer ausgeknobelt wird. Das dauert lange. So eine Welt Schicht für Schicht aufzubauen und eine 1000-jährige Geschichte zu generieren, dass ist nichts was innerhalb ein paar Sekunden geschehen kann. Man muss sich schließlich vorhalten, dass selbst Hasselhoff die Welt nur in 5,47 Tagen erstellt hat. Und was da am Ende herauskommt ist, nun, ASCII-Zeichen-Salat eben.

Dann geht es an das Spiel. 2 Modi stehen zur Auswahl. Der eine ist der Quasi-Namensgeber. Man hat eine Horde Zwerge in einem Berg und kann bauen und basteln, wie man möchte. Also wie bei Dungeon Keeper nur deutlich komplizierter. Der andere Modus ist eine Art „Abenteurer“-Spiel. Man erwacht in der Wildnis und kann Quests für diverse Dörfer erfüllen, Drachen töten, Gold sammeln, Ausrüstung kaufen, das übliche eben. In beiden Modi wird alles sehr genau berechnet. Selbst die einzelnen Körperzonen werden haarkleinst analysiert. Wenn man ihnen einen Pfeil ins Bein jagt, werden sie humpeln. Nun, zumindest wird das gesagt, sie bleiben ein ASCII-Zeichen. Auch die Steuerung ist über alle Maßen kompliziert.

Ich habe dieses Spiel nicht wirklich ausgiebig gespielt, zu sehr muss man sich einarbeiten, aber ich habe Dutzende Erlebnisberichte gelesen. Ich zitiere mal Telepolis:

Wie etwa jene vom wahnsinnig gewordenen Zwerg, der in einem Anfall von Depression seinen Kollegen zu feinsten Zwergenlederhosen verarbeitet. Oder wie ein anderes Zwergenfort eine monströse Höhlenspinne gefangen und zur Seidenfabrikation gezähmt hätte.

Klingt gut? Ist es! Ausprobieren, wenn man sich einmal eingearbeitet hat, wird man wohl nicht so schnell aufhören.

Wikipedia

Offizielle Seite und Download

NetHack

Die Variante MIT Grafik

Einer jener Urgesteine der Spielwelt, die bis heute viel zu wenig Beachtung finden. Viele werden sicherlich davon gehört haben, einige haben es sicher auch gespielt. Es ist ein Spiel der Sorte „Rogue“. Zufällig erstellte Labyrinthe, zufällig angesiedelte Waffen, Monster, Mapelemente etc. Die eher nebensächliche Geschichte dreht sich um ein Amulett. Ihre Gottheit fordert, dass sie dieses zurückholen. Das war es im Groben auch schon. Es gibt das Spiel mittlerweile in 2 Grafikvariationen. Zum einen die ASCII-Variante, ähnlich dem oben genannten Dwarf Fortress. Doch irgendwann kam jemand auf die Idee doch tatsächlich Grafik zu implementieren. Ja, man kann das Spiel auch mit billig gezeichneten Sprites spielen, damit man erkennt das das große weiße „D“ ein Drache sein soll und das kleine graue „d“ das einem immer folgt ein Hund (Je nach Charakterwahl kann es natürlich auch ein Pferd oder eine Katze sein. Dann ist es auch kein kleines graues „d“). Was macht man hier? Durch den Dungeon kommen. Möglichst lebendig. Das ist leichter gesagt als getan. Mal wird man einfach nur von einer Horde Gnome überrannt, mal trinkt man einen etwas ungesunden Trank, erblindet und wird von einem Kobold-Zombie niedergeknüppelt. Einmal starb ich auch, weil ich zu oft an eine Mauer trat. Ja, auch dieses Spiel hat sein gewöhnungsbedürftige Steuerung. Und es ist schwer. Man hört von den beinharten NetHack-Spielern häufig, dass sie es Monate (!) gespielt haben, bevor sie zum ersten Mal das Spiel schafften.

Ich empfehle für weitere Beispiele der Awesomeness den Artikel auf Wikipedia. Sie werden in diesem Spiel sehr oft sterben. Sehr, sehr, sehr oft. Die Liste der zu beachtenden Sachen ist entsprechend lang. Und dennoch macht es Spaß, irgendwie.

Offizielle Seite

I Wanna Be That Guy

FUuuuUUUUUuuuu~~~

Demographisch gesehen, sollten vor allem männliche Personen über 20 sie noch kennen: 2D Jump’n’Runs. Man hat sie als Kind oder Jugendlicher sicher erstaunlich oft gespielt. Nun, zumindest habe ich das. Man wurde gut darin. Gab man einem 5 Minuten ein Spiel in die Hand, hatte man es schon drauf. Die Spielwelt lag einem zu Füßen. Selbst Mega Man war irgendwann viel zu leicht. Nun, ich dachte ich hätte es drauf, bis mich „I Wanna Be That Guy“ eines besseren belehrte. Mit der Faust direkt in die Genitalien. Man könnte es als Mega Man Klon bezeichnen. Ein kleiner hüpfender Mann mit Waffe. Der Rest ist absurde Schwierigkeit. Das Spiel ist mittlerweile legendär für eben diese „Unschaffbarkeit“. Man freut sich unbändig, wenn man den nächsten Speicherpunkt erreicht hat und dann versucht man es wieder und wieder und wieder. Das ist nichts für Memmen, das ist nichts für Leute die es einfach haben wollen. Tatsächlich ist das aber ziemlich witzig, wenn man von den merkwürdigsten Begebenheiten zu Grunde gerichtet wird. An einer Stelle versucht sogar der Mond sie zu töten und zerstört alles in seinem Weg. Ich bin noch nicht allzuweit gekommen, kann aber sagen, dass dies eines der Spiele sein wird, die ich nie durchbekommen werde. Man kann sich aber an einem der vielen, zahllosen Walkthroughs ergötzen. Und da wird man sicherlich schon sehen, dass das mit der Schwierigkeit kein verdammter Witz war.

Offizielle Seite

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2 Responses to “3 kostenlose Spiele für harte Typen”


  1. 2 Calvin0507 11. Oktober 2009 um 6:44 pm

    Für mich sieht das eher aus wie ein Strickmuster;)


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