Cranky

Neuschwabenland. Nazis auf dem Mond. Aliens für Terroranschläge verantwortlich. Kennedy von Guatemaltekischen Supersoldaten erschossen. New World Order. Die Nicht-Existenz von Bielefeld. Mondlandung unecht. HIV als Entwicklung des CIA um Afroamerikaner und Homosexuelle zu zerstören. Numerologie.

Wenn Sie über irgendwas gestolpert sind und sich an den Kopf gefasst haben, wer auf so einen Firlefanz eigentlich kommt, so haben Sie sie erlebt. Die Cranks, wie sie im Englischen heissen. Das hat mit dem Film in dem Fall garnichts zu tun, es handelt sich hierbei vielmehr um eine ganz besondere Sorte Mensch. Den Verschwörungstheoretiker. Sie haben es erkannt. Die Welt ist böse, die Welt ist schlecht. So schlecht sogar, dass sie manipulativ auf die Bevölkerung so eingehen, dass diese doch tatsächlich denkt alles ist in Ordnung. Aber so ist es nicht. Und der Crank hat das erkannt. Und zwar nur er. Alle sind fehlgeleitet, die Experten zu dem Theme, die Politiker, einfach alle. Nur er hat es erkannt und wer das nicht eingesteht liegt einfach mal so daneben, dass man ihn konsequent in Grund und Boden reden MUSS, weil er doch so schrecklich falsch liegt und vergiftet ist von den Ideen und Vorstellungen der falschen Experten.

Klingt nach niemandem mit dem man sich abgibt, oder? Nun, seltsamerweise kriegt sowas immer enormen Zulauf. Als eines der populärsten Beispiele sei hier Zeitgeist zu nennen. Dabei stört es natürlich niemanden, dass teilweise Halbwahrheiten als angebliche Quellen genommen werden. Man kann auch gerne sich was herbeilügen, wie am Anfang von eben genanntem Werk. Einige der Gottheiten die dort aufgeführt werden, existieren nicht einmal und um zu verhindern, dass dem jemand auf die Schliche kommt, werden einfach Bücher als Quellen genommen, die so obskur und so rar sind, dass jeder schon von vornherein aufgeben muss. Zum Glück gibt es noch Leute, die sich die Mühe machen

Verschwörungstheorien sind schöne Geschichten, wunderbare Dystopien in der Regel, wie sie die Schreiber der „Protokolle der Weisen von Zion“ nicht besser hätten herbeifantasieren können. Als jemand der eine solche hört oder liest, hat man automatisch das Gefühl ein wichtiges Wissen zu erhalten. Etwas was einem doch hätte auffallen müssen, so offensichtlich, wie es eigentlich ist und die Argumentationskette ist ja so hübsch logisch und belegt. Und man wird zum Crank, wenn man es vorbehaltlos glaubt und wiederkäut. Und dann beginnt man auch selbst die Meinungen von studierten und geprüften Experten als unwahr zu bezeichnen und jedem, der sich argumentatorisch wiedersetzt. Und alles nur wegen einem fixen Gedanken, der sich irgendwann einmal festgesetzt hat.

Es lässt sich stellenweise schon an der Art und Weise wie argumentiert wird erkennen, in was für eine Kategorie der Autor zu stecken ist. Widerspricht er gängigen Ansichten ohne wirklich darauf einzugehen oder argumentiert so, dass selbst ein Drittklässler ihn auslachen würde ist das schonmal eher schlecht. Noch schlechter allerdings ist es, wenn das was er sagt, schon von der Idee her nur bei einem 3 tägigen, konstanten Drogenkonsum entstanden sein kann. Ich mahne daher zur Vorsicht nicht alles ohne Prüfung durch einen selbst einfach anzunehmen.

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