Preispsychologie bei PC-Spielen

In einem Jahr kommen in der Regel mehrere Spiele heraus, für die die Meisten bereit wären Geld auszugeben. Nun sind Spiele dieser Art, aber alles andere als erschwinglich. Mit 40 Euro oder mehr als Neupreis ist meist zu rechnen. So wartet man in der Regel, dass das Spiel irgendwann billiger werde. Und da ist der Knackpunkt: In dieser Zeit kommen wieder genügend Spiele raus, die einen selbst durchaus interessieren. Das ursprünglich gewollte, gerät so langsam in Vergessenheit, bis man es durch Zufall irgendwo auf dem Grabbeltisch findet. Der Profit der Hersteller ist so aber eher spärlich. Es kann an mir liegen, aber kosteten Spiele vor 5 Jahren nicht 10 Euro weniger? Indem man aber versucht den Preis zu steigern, schiesst man sich selbst ins Knie, denn dann setzt oben genanntes ein.

Nun besteht natürlich die Argumentation der Raubkopien. Da helfen in der Regel natürlich keine Preisanpassungen, Raubkopien würden auch bei 20 Euro Neukaufpreis noch gemacht werden. Aber man muss sich vor Augen halten, warum die Leute nicht mehr in der Form bereit sind die Spiele effektiv zu kaufen. Das hat zwar großteilig damit zu tun, dass es einfacher und billiger ist, aber auch damit, was man eigentlich für sein Geld bekommt. 2000 hatte man mit vielleicht 60 DM eine große Packung, das Spiel, ein mehr oder weniger dickes Handbuch und vielleicht noch ein paar Zusätze. Heute kriegt man eine kleine Plasteschachtel mit einem „Hilfszettel“ und die DVD und zwar für mehr Geld. Wer was besonderes will zahlt 20 Euro nochmal oben drauf, für die Collectors Edition.  Bezieht man das Spiel online bezahlt man den selben Preis. Ohne irgendwas in der Hand zu haben. Da war ich über die Poster und die relativ dicken Handbücher die beispielsweise bei Guild Wars dabei waren, regelrecht beeindruckt.

Ein weiteres Problem bleibt weiterhin der Einschränkungswahn der Hersteller. Bei dem einen darf man das Spiel nur auf x Rechnern installieren, bei dem anderen muss man eine Internetverbindung haben und ständig mit dem Server in Kontakt bleiben, und bei wieder anderen muss man sich bei Dutzenden Dingen anmelden und Daten hinterlegen. Klingt das, als ob es sich positiv auf die Spielerfahrung auswirkt? Eher nicht. Wird das Raubkopierer abhalten? Keine Chance. Tatsächlich ist es eher kontraproduktiv, wenn die Raubkopierer das Spiel frei und ohne Probleme genießen können, während die Ehrlichen sich ständig mit irgendetwas herumzuschlagen haben.

Fakt ist: Die Hersteller müssen ihre Maßnahmen überdenken, wenn sie Profit erwirtschaften wollen. Dies geht vor allem sehr gut mit 2 Methoden. Zum Einen kann man etwas bieten, was man sich schlicht nicht herunterladen kann. Das mag zwar im ersten Augenschein den Profit pro Stück verringern, wird aber die Kaufbereitschaft steigern. Zum Anderen kann man einen exzellenten Multiplayer-Part erstellen, der den CD-Key überprüft, wie damals Call of Duty 2 zum Beispiel. Das hat zumindest bei mir die Kaufbereitschaft deutlich gesteigert.

Wie dem auch sei, die Firmen müssen ihre Politik definitiv überdenken. Sonst ist der PC-Spiele-Markt irgendwann in der Krise.

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